ANDERE
- Gini Isi
- 29. Sept. 2019
- 2 Min. Lesezeit

Andere: „Und was machst du sonst so?“
Ich: „Wie meinst du, was ich sonst mache?“
Bei Andere macht sich leichte Verwirrung breit und denkt sich wahrscheinlich, ja sonst halt – ist doch klar.
Andere: „Was machst du, wenn du nicht gerade hier bist.“
Ich: „ Dann bin ich woanders.“ *lächel*augenklimpern*
Okay, jetzt ist die Verwirrung von Andere perfekt und denkt sich, ach nee, ist klar (sagt aber keiner – zumindest bis jetzt noch nicht). An diesem Punkt löse ich dann schnell auf und sage, es gibt kein sonst und versuche zu erklären. Aber wie soll ich etwas erklären, was für die meisten Menschen nicht „normal“ ist? Für die meisten Menschen ist es doch normal einem Job nach zu gehen, am Wochenende frei zu haben und eine kleine Anzahl von Tagen im Jahr frei zu haben und dabei dem Leben ständig hinterher zu hängen. Im Laufe des Gesprächs erzählen mir viele (und ich meine damit fast jeden!), also früher, da wollte ich … und dann passierte das und das … tja, und jetzt ist es …. Jetzt kommen die ganzen Ausreden, warum es nicht gehen sollte. Ich denke innerlich, bei jedem Argument, was mir anvertraut wird, „Ja, aber du könntest doch…“. Ja, aber nur weil ich in meiner Welt versuche mich unabhängig zu bewegen, heißt es noch lange nicht, dass Andere das auch wollen. Ich fange an zu reflektieren. Wenn ich von meinem Leben erzähle, versteht es nicht jeder. Wie denn auch? Ist ja keiner wie ich und ich bin nicht wie die Anderen. Für die einen sind 50 km/h schnell und für die anderen langsam. Jeder von uns hat seine eigene Wahrnehmung und die ist weder richtig noch falsch, sie ist geprägt durch unsere Vergangenheit. Deswegen versuche ich teilweise zu verstehen, warum andere Menschen so handeln, wie sie handeln. Aber letztendlich akzeptiere ich sie, wie sind. Ich muss sie auch gar nicht verstehen, wir können auch so zusammen lachen und Freude haben.


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