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Die Geburt von Fohlen Merlin und das Geschenk (nach einer wahren Begebenheit)

  • Autorenbild: Gini Isi
    Gini Isi
  • 13. Apr. 2022
  • 5 Min. Lesezeit

Gini wachte eines morgens auf und sah aus ihrem Fenster. Wie jeden Morgen suchte sie zu allererst nach einem weißen Punkt auf der Weide – ihrem Pony Yrja. Kaum erhaschte sie einen Blick auf ihre beiden Ponys breitete sich ein großes Lächeln in ihrem Gesicht aus und eine wohlige Wärme umfasste sie. Wie liebte sie es, dieses Leben gewählt zu haben. Sie stand nun langsam auf und begann sich auf den neuen Tag vorzubereiten. Währenddessen sah sie, wie die anderen Pferde – die ebenfalls hier auf dem Hof wohnten – an ihrem Fenster vorbei auf die Weide gingen. Denn Gini bewohnte einen Bauwagen. Der umringt war von Bäumen, mitten in der Natur und morgens zwitscherten die Vögel sie aus dem Schlaf. Neben ihrem Fenster führte der Weg der Pferde vorbei zur Weide. Sie schaute zu wie sie vorbei liefen und zählte auf der Weide nach, ob alle da waren. Doch ein Pferd fehlte, Smilla. Smilla lebte seit ein paar Tagen in ihrem eigenen großen Stall, neben den anderen Pferden, denn sie erwartete ein Fohlen. Gini ahnte es schon, das Fohlen war da! Sonst wäre Smilla nämlich zusammen mit den anderen Pferden auf die Weide gegangen. Rasch zog sie sich an und ging mit ihrem Hund Michello in den Stall um nachzusehen. Und tatsächlich, schon von weitem hörte sie viele freudige Stimmen und aufgeregtes Geplapper und als sie um die Ecke in den Stall bog sah sie es. Es war ein wunderschönes Hengstfohlen, buntgescheckt wie seine Mama. Beide standen sie in ihrem Stall und lernten sich gerade kennen, denn Merlin –so hieß das Fohlen – war gerade eben erst auf die Welt gekommen. Gini stand einfach nur da und betrachtet das Fohlen und die Mama. Beide wirkten noch erschöpft von der Geburt. Die Menschen strahlten um die Wette, voller Freude und Liebe - und einer nach dem anderen kamen vorbei um sich das neue Fohlen anzusehen und der stolzen Menschin von Smilla zu beglückwünschen. Gini stand eine zeitlang da und beobachtete das Geschehen. Wie die Menschen um Smilla standen und alle sehr aufgeregt waren. So langsam empfand Gini, dass es an der Zeit war zu gehen. So viele Menschen und unterschiedliche Gefühle an einem Ort. Sie wollte der frisch gebackenen Mama und ihrem Kind Ruhe und Raum geben um anzukommen um sich besser kennen zu lernen. Also ging sie mit ihrem Hund Michello, der ebenfalls darauf wartete wieder zu gehen, zurück in ihren schnuckeligen Bauwagen. Dort machte sie sich ihren morgendlichen Kakao, setzte sich auf ihren Sessel und ließ das Geschehene sacken. Jetzt erst realisierte sie was geschehen war. Ein neues Wesen durfte heute das Licht der Welt erblicken. Ein neues Leben wurde heute geboren! Erst jetzt übermannten sie die Gefühle. Es war ein Wunder! Ein Wunder ist heute auf die Welt gekommen. Sofort schossen ihr die Tränen in die Augen und sie weinte einfach drauf los. Was war das schön! Dieses Erlebnis. Sie war so berührt und beschloss zu einem späteren Zeitpunkt nochmal ganz alleine und in Ruhe in den Stall zu gehen.


Am Nachmittag hatte Gini das Gefühl, jetzt war der richtige Zeitpunkt gekommen, den beiden einen Besuch abzustatten. Ganz alleine ging Gini in den Stall zu Smilla und ihrem Fohlen Merlin. Beide standen sie da und die Stimmung war ruhig und friedlich. Gini ging zu Smilla. Stellte sich an den Zaun der sie beide voneinander trennte. Sie schaute Smilla an und bedankte sich bei ihr. Die Worte kamen einfach nur raus gesprudelt. „Danke, dass du diesem Wesen ein Leben schenkst. Danke, für dein Sein. Danke, dass durch dich ein neues Leben das Licht der Welt erblicken durfte. Danke! Danke! Danke! Du bist großartig und die Beste Mama auf der ganzen Welt!“. Smilla neigte leicht den Kopf zu ihr und schaute sie an.

Gini hatte eine besondere Gabe. Sie konnte mit Tieren sprechen und ihre Gefühle wahrnehmen. Sie schloss die Augen und fragte die frisch gewordene Mama wie es ihr ginge. In dem Moment wo sie schon die fragte stellte, durfte sie einen kurzen Blick in ihre Gefühlswelt erhaschen. Sofort wich sie zurück und wurde abermals überwältig von ihren Gefühlen. Denn sie spürte, wenn auch nur ganz kurz, ein tiefes Band der Liebe welches die Mama mit ihrem Fohlen verband. Gini war so überwältigt von der tiefen Verbindung und der Liebe die diese zwei Wesen miteinander verband, dass sie ein wenig Abstand nahm und ihren Gefühlen freien Lauf ließ. Sie weinte. Sie ließ einfach alles raus und war erfüllt von tiefer Dankbarkeit und Wärme die ihr Herz umfasste. Nachdem sie ein paar Mal tief durch geatmet und alles wieder von sich abgeschüttelt hatte, verband sie sich in Gedanken nochmal mit Smilla. Denn Gini hatte noch eine weitere Gabe, sie konnte mit der Kraft ihrer Gedanken Tiere heilen und ihnen in verschiedenen Situation im Alltag helfen. Da sie so erfüllt voller Liebe und Dankbarkeit war, wollte sie Smilla ein Geschenk machen mit ihrer Gabe des Fühlens. Sie kommunizierte ihr über ihre Gedanken, dass sie sich ihr zur Verfügung stellte. Dass Smilla sie und ihre Gabe nutzen könne, wenn sie wolle, für all das was sie im Moment benötigte. Sie wollte einfach nur da sein und aus der tiefster Dankbarkeit diesem Geschöpf gegenüber ihr ein Geschenk machen. Smilla nahm es an und ging darauf ein, anders jedoch als Gini es erwartet hätte. Smilla ließ sie noch einmal, jetzt ganz bewusst und präsent, dieses Gefühl der tiefen Liebe und Verbindung spüren die sie zu ihrem Fohlen Merlin verband. Sie führte Gini direkt in dieses Gefühl der Liebe und der tiefen Verbundenheit, die diese Mama zu ihrem Fohlen verspürte. Diese Liebe, die Gini empfand, ist einfach. Sie ist selbstlos und rein, sie ist die höchste Form des Gebens indem sie einfach nur präsent ist. Smilla übermittelte Gini noch die Botschaft, während diese das tiefe Gefühl in ihrem Herzen wahrnahm, dass sie genau diese Liebe und tiefe Verbindung in die Welt bringen solle.

Denn Tiere – und wir Menschen auch – haben noch eine andere Welt in der sie existieren und über die wir zueinander in telepathischen (über die Kraft unserer Gedanken) Kontakt treten können. Dieses ist die Seelenwelt. Hier spüren Menschen und Tiere eine ganz andere Art der Kommunikation, denn überdies sind sie auf einer anderen Ebene miteinander verbunden. Genau diese Verbindung spürte Gini, als sie sich Kraft ihrer Gedanken für Smilla öffnete und ihrer Seele somit den Raum gab sich auszudrücken um Smilla dieses Geschenk zu machen. Gini war zutiefst berührt, und voll so großer Liebe und Dankbarkeit erfüllt von dem Geschenk welches Smilla ihr gerade gemacht hatte, dass sie jetzt erst recht anfing zu schluchzen, weil es sie so tief in ihrem Herzen berührte. Sie empfand dieses tiefe Urvertrauen, die unbändige Liebe und Verbundenheit zu jedem Wesen welches hier auf dieser Erde verweilte. In diesem Moment hätte sie die ganze Welt umarmen und knutschen können, so glücklich und erfüllt war sie. Von nun an, sagte sie sich, ließ sie alle Lebewesen denen sie begegnete diese tiefe Band der Liebe und Verbindung spüren, denn das war das größte Geschenk überhaupt.


In Liebe und großer Dankbarkeit zu Smilla und ihrem Fohlen Merlin,

Herzlichst Eure Gini



Ein Bild von der stolzen Mama mit ihrem Fohlen Merlin

 
 
 

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